RGA :: Borner Trainer Janowski setzt auf Wertschätzung

RGA :: Borner Trainer Janowski setzt auf Wertschätzung

 

Der Borner Trainer spricht über Erfolge des SSV. Sie entspringen nicht dem Zufall. Sagt er.

Von Andreas Dach

 

Sie belegen mit den den C-Junioren in der Niederrheinliga einen hervorragenden zweiten Platz. Glück? Harte Arbeit? Oder was steckt dahinter?

Tim Janowski: Entscheidend ist aus meiner Sicht, dass die Jungs von klein auf als Team zusammen sind. Ich habe den 2003er-Jahrgang im Jahr 2008 übernommen und arbeite seitdem mit ihm. Natürlich ist es auch ein Glück, so viele talentierte Spieler zusammen zu haben. Dass wir sie in all den Jahren strukturiert und größtenteils nach dem DFB-Leitfaden ausgebildet haben, macht sich nun bezahlt.

 

Wenn das so einfach wäre, würden bestimmt noch mehr Vereine diesen Weg gehen.

Janowski: Aus meiner Sicht stellen zu viele Leute einen Spieltagssieg über die Entwicklung. Tabellenstände sind diesbezüglich nicht immer aussagekräftig. Ich sehe das Umsetzen der Lerninhalte als wichtigste Herangehensweise an.

 

Lässt sich das gegenüber Spielern und Eltern vermitteln, die zum Teil sehr ehrgeizig sind?

Janowski: Da muss ich mich durchsetzen. Es gehören Vertrauen und Elternarbeit dazu. Man lobt, man formuliert Lernziele. Am wichtigsten ist es doch, den Kindern Wertschätzung zu geben. Nur angstfrei lässt sich gut Fußball spielen.

 

Können Sie das bitte noch etwas konkretisieren?

Janowski: Man muss die Kinder und Jugendlichen mit auf die Reise nehmen, einen gemeinsamen Weg mit Ihnen beschreiten. Das funktioniert. Mit Ausnahme der Partie gegen den Wuppertaler SV sind wir in dieser Saison nie mit der vermeintlichen Top-Mannschaft aufgelaufen. Wir rotieren. So bekommen alle das Gefühl, wichtig zu sein.

 

Also ist Druck ein Fremdwort?

Janowski: Den verspüren wir schon, weil wir unbedingt Vierter werden wollen, um nicht in die Qualifikation zu müssen. Es kommt nur darauf an, wie man damit umgeht.

 

Erfolg macht sexy. Sagt man. Werden Ihre Spieler nicht von höherklassigen oder größeren Vereinen umworben?

Janowski: Wir sind nicht so vermessen zu glauben, dass alle für immer bei uns bleiben. Es ist doch positiv, wenn sie ins Blickfeld anderer Vereine geraten. Wir legen den Kindern keine Steine in den Weg und erteilen ihnen die Freigabe, wenn es erwünscht ist. Das beste Beispiel ist Luca Dantas, der vor der Spielzeit nach Bochum gewechselt ist. Aber wir glauben auch an die Entwicklung bei uns. Bevor jemand geht, wird er genau abwägen.

 

Wie stellt sich das aktuelle Szenario dar?

Janowski: Einige Spieler werden gescoutet, einer macht gerade ein Probetraining bei Fortuna Düsseldorf. Vielleicht haben wir aber ja auch einen kleinen Standortvorteil, weil wir mit Born ein bisschen am Arsch der Welt sind, wenn man das mal so ausdrücken darf. Die Spieler haben doch alle einen Traum. Wenn einer zu einem Topverein wechselt, freuen wir uns mit. Das ist doch riesig.

Wenn Akteure den SSV verlassen, müssen neue her.

Janowski: Natürlich scouten wir auch und schauen, wo gute Kicker unterwegs sind. In so einem kleinen Kreis wie dem Remscheider sollte man schon die besten Spieler zusammen haben.

 

Sie arbeiten seit neun Jahren mit den meisten Ihrer Spieler zusammen. Wie lange können und wollen Sie den Weg noch fortsetzen?

Janowski: Es wäre schön, wenn wir die Mannschaft größtenteils bis zur A-Jugend zusammen halten könnten.

 

Sie sind auch als Co-Trainer der Ersten in der Kreisliga A tätig. Verpasst der SSV wieder den Aufstieg?

Janowski: Wir bleiben an Tabellenführer Ayyildiz dran und glauben an uns. Klappt es nicht, nehmen wir nächstes Jahr einen neuen Anlauf. Es macht jedenfalls riesigen Spaß mit der Mannschaft.

 

Warum ist der SSV zurzeit auf vielen Ebenen so erfolgreich?

Janowski: Die 46 Trainer in unserem Verein sind unser größtes Kapital. Sie alle versuchen, ein einheitliches Konzept umzusetzen. Ich glaube, dass wir auf Jahre Erfolg haben werden.

 

Bericht auf rga.de